Geschichte - Erzgebirgsmusikanten

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25 Jahre Erzgebirgsmusikanten Bockau – Lauter

Posaunenchorbläser der ev.- luth. Kirche von Bockau und Lauter bildeten im Sommer 1978 eine achtköpfige Bläsergruppe mit gleichen Interessen für Blasmusik. Von Bockau waren es die Bläser, Gottfried Bischoff, der älteste zugleich erfahrenste, Werner Weck, der jüngste, sowie Peter Leichsenring und die Zwillinge Reinhard und Kurt Siegel.
Und von Lauter kamen die Bläser, Manfred Zocher, Gotthold Neubert und Egbert König.
Einmal in der Woche wurde im alten Wohnhaus von Werner Weck geprobt und später in seiner neuerbauten Garage. In dieser Zeit kam Joachim Voigtmann, ein weiterer Bläser, zur Gruppe hinzu. Schwierig war das Beschaffen von geeignetem Notenmaterial. Durch persönliche Beziehungen in die damalige BRD, gelang es schließlich ausreichendes Material zu bekommen. Die Bezahlung von rund 1000 DM erfolgte durch Produkte erzgebirgischer Volkskunst. Ein Umschreiben, sowie eine sorgfältige Stimmenzuordnung musste nun noch vorgenommen werden. Mit großer Geduld vollbrachten R. Siegel und G. Bischoff diese notwendige Arbeit. Viele Übungsstunden waren aber nötig, um einen kleinen Erfolg zu verzeichnen.

Ein Problem ganz anderer Art kam auf die Gruppe zu. Kritik und Besorgnis darüber, man könnte das Choralblasen vernachlässigen, wurde laut. Aber ein klärendes Gespräch mit Pfarrer Härtwig brachte Ruhe in diese Sache.

Endlich, der langersehnte Wunsch nach einigen anhörbar klingenden Stücken war erreicht. Die Freude war so groß, daß zu jedem Geburtstag, Familienfesten und auf Anfrage von Freunden und Bekannten, gespielt wurde. Auftritte zu Weihnachtsfeiern,
Betriebs – und Kirchenveranstaltungen sowie zu Gartenfesten kamen dazu. So eroberte man sich die Sympathie der Zuhörer und wurde unter dem Namen „Kapelle Weck“ bekannt.

Auch ans äußere Erscheinungsbild wurde gedacht. Man trug eine dunkle Hose und ein dezent gepunktetes weises Hemd mit Krawatte. Mit einer maßgefertigten schwarzen Weste zeigte man sich zum ersten Mal im Juli 1982 in Zislow.

Die ständige Suche nach weiteren Blasmusikfreunden wurde mit Hartmut Menzky ein großer Erfolg. Er war der erste Schlagzeuger und Sprecher zugleich. Ein zuverlässiges Mitglied wurde auch Harald Englert, der im Februar 1985 hinzukam. Gleichzeitig wurde über einen Namen nachgedacht und einigte sich schließlich auf „Original Erzgebirgsmusikanten Bockau – Lauter“.  Mit humorvoller Programmansage und heiteren Witzen wurde nun künftig durchs Programm geführt und erreichte neben der rhythmischen Klangbereicherung ein deutlich  besseres Niveau. Schöne unterhaltsame Auftritte waren unter anderem zum Bockauer Wurzelfest, zum Frauentag und Veranstaltungen für Rentner.
Besondere Höhepunkte waren 1985 die Einstufung als Amateurmusiker der Mittelstufe mit Prädikat „gut“ und nach einem Treffen mit anderen Blasorchestern vor dem Kulturhaus in Aue, die Ehrung als „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“.
Das Ausscheiden von H. Menzky bereitete den Musikanten erneute Probleme. Doch schnell gelang es, diese Lücke mit Kurt Wirker am Schlagzeug und Manfred Singer als Sprecher zu schließen. Die Zusage von Karl Beyreuther kurz danach löste weitere Freude und Begeisterung aus. Sogar zwei Bläser aus Neuwelt, Günter Epperlein und Wolfgang Oehm, fanden den Weg zu den Musikanten. In dieser Zeit kümmerte sich Dietmar Lang um die notwendige Technik. Später übte Michael Lenk, ein junger Nachwuchsmusikant, eifrig mit und versäumte auch keine Probestunde. Nach mehrmaligem Wechsel fand die wöchentliche Probe nun im Stanzwerk Bockau statt welches auch bis 1992 Unterstützung gewährte.


Unter dem Motto „Laßt Euch grüßen mit schöner Blasmusik“ fanden nun viele Veranstaltungen statt, wie im Keramikwerk Osterburg oder auch bei einem kirchlichen Gemeindefest in Schkeuditz. Nicht zu vergessen sind aber die 14-tätigen Urlauberveranstaltungen im Kinosaal Bockau, die bis 1989 unter großer Begeisterung stattfanden.

Nach der politischen Wende war es möglich die Einladung der „Kellerkinder“, ein Jugend-Akkordeon-Orchester aus Tarmstedt      ( bei Bremen ), anzunehmen.
Mit einem Wartburg, sieben „Trabi“ und einem Skoda begab man sich im März 1990 auf eine einmalige, kuriose fast abenteuerliche Fahrt. Ein schönes Erlebnis war auch die Fahrt nach Lauter (bei Bad Kissingen) zum Almfest im Juli 1990. Und nochmals ging es im Juli 1991 nach Tarmstedt als Mitgestalter des musikalischen Programms zur Landwirtschaftsausstellung.

Unerwartetes Ausscheiden von W. Oehm führte zu erneuten Schwierigkeiten. Mit Umbesetzungen und dem Einstieg von Joachim Walther schöpfte man wieder neue Hoffnung. Winfried Blaschke, ein interessierter Zuhörer, gesellte sich regelmäßig zu den Musikanten und übernahm später die technischen Aufgaben. Bei der Suche nach einem anderen Probenraum half 1993 die Firma „Erzgebirgische Likörfabrik Bockau“, indem sie Proben- sowie Notenraum kostenlos zur Verfügung stellte.    
Mutig wagte sich dann Anja Siegel als junge Sängerin in den Kreis der Männer. Reich an langjähriger Erfahrung als Berufsmusiker stellte sich 1993 Edmund Weiß als Dirigent hilfreich zur Verfügung. Unter seiner Leitung mit unermüdlichem Einsatz, verbesserte er deutlich die Spielweise der Erzgebirgsmusikanten.
Stolz und dankbar zugleich wurde im Oktober 1993 das 15 jährige Bestehen gefeiert. Gemeinsam mit Mundartsprecher Werner Kempf und dem Heimatspiegel Zschorlau gestaltete man ein glanzvolles Festprogramm, welches das Fernsehen des MDR mit einem kurzen Bericht würdigte.
1994 wurde Gudrun Meinhold neue Sängerin und mit Peter Gehart erfolgte eine Unterstützung im Baß. Eine weitere Bereicherung fanden die Musikanten mit Holger Teubner sowie die jungen Bläser Christian Leichsenring und Michael Glaser.
Aus beruflichen Gründen schied 1995 der aktivste Mitbegründer und langjährige Leiter Werner Weck aus. Neuer organisatorischer Leiter wurde M. Lenk. Weitere Verstärkung erfolgte auch 1996 mit den Bläsern Olaf Epperlein, Ralf Harmes und Michael Walther.
Schöne nennenswerte Veranstaltungen waren unter anderem, 1994 u. 1996 das Musikantentreffen in Raschau, 1995 das Kreismusikfest in Lauter bei Bad Kissingen, 1996 ein Benefizkonzert im Kulturzentrum „Goldene Sonne“ in Schneeberg, die Auftritte zum Bockauer Wurzelfest sowie der erste Auftritt zum Vugelbeerfest 1996 in Lauter.

Ein neues Kapitel der Musikanten begann 1997 mit der Gründung zum Verein mit J. Walther als Vorsitzenden. Die amtliche Bestätigung erfolgte am 19. September mit der Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Aue mit dem Namen „Original Erzgebirgsmusikanten Bockau – Lauter e.V. Mit der Anwesenheit von Landrat Karl Matko, der Bürgermeister Ludwig Teubner und Karlheinz Richter sowie weiteren Gästen fand in der Gaststätte Brethaus die Gründungsfeier statt.

Aus gesundheitlichen Gründen beendete M. Singer seine ca. 10 jährige Tätigkeit als Sprecher. Als Dank für diese geleistete Arbeit wurde er Ehrenmitglied im Verein. Die entstandene Lücke konnte aber schnell und problemlos mit Siegfried Pecher geschlossen werden. Sein erster Auftritt war in Eibenstock zum Weihnachtsmarkt 1997. In dieser Zeit kam auch ein gutes freundschaftliches Verhältnis mit dem Erzgebirgszweigverein Lauter zustande. Danach wurde regelmäßig zu ihrem Gartenfest sowie zum jährlichen Waldfest an der Conradswiese für ausreichende musikalische Unterhaltung gesorgt.

Kräftige Verstärkung bei den Trompeten gab es im September 1998 mit Jens Fricker und K. Wirker war froh, daß Siegfried Schreier als neuer Schlagzeuger hinzukam. Nennenswerte Ereignisse waren 1998, ein Benefizkonzert der Lebenshilfe Aue in der Jägerkaserne Schneeberg und die Hochzeit von Jeanne und Michael Lenk.
Nach einem Entwurf von R. Siegel ließ man sich 1999 eine Vereinsfahne anfertigen und Fahnenträger Bernd Lenk präsentierte sie zum Wurzelfest. Auch der neue Marsch „Gruß an Bockau“ von E. Weiß wurde eine weitere Bereicherung. Nach seiner ersten Probe im Oktober versprach Gerald Strobelt „ ich komme wieder“, kurz danach wurde er Mitglied im Verein. Sieben Vereinsmitglieder hatten 1999 einen sogenannten runden Geburtstag. Das war Grund genug, um tüchtig zu feiern. Aber auch um den Verlust von M. Singer, wurde getrauert.

Erlebnisreich war ein Wochenende im Juni 2000, beim Regionaltreffen der Erzgebirgszweigvereine von Nordrhein-Westfalen in Solingen.
Unter der gemeinsamen Moderation von Siegfried Pacher und Heimatdichterin Dagmar Meyer aus Bernsbach wurde zum Heimatabend sowie zu einem Mittagskonzert auf dem Marktplatz von Gräfrath aufgespielt. Das erste gemeinsam gestaltete Programm mit dem „Männergesangverein Arion 1864 e.V. Lauter“, fand im Juli 2000 zum Sommerfest im Hotel „Danelchristelgut“ statt. Im gleichen Jahr begann auch das Mitwirken bei den jährlichen Weihnachtsveranstaltungen des Gesangvereins. Weitere gemeinsame Auftritte erfolgten 2001 zum Wurzel- sowie zum Vugelbeerfest.

Für die Anschaffung neuer Westen entschloß man sich 2001. Erstmalig wurden sie im August bei einem Unterhaltungskonzert im Krankenhaus Erlabrunn getragen. Aus persönlichen Gründen schied zum Jahresende 2001 der Mitbegründer G. Bischoff aus. Eine würdige Verabschiedung erfolgte im Januar 2002, zur Vereinsfeier. Auch G. Meinhold konnte ab Juli 2001 nur noch gelegentlich bei Veranstaltungen mitwirken. Der Grund war ein Wohnortwechsel nach Bayern.

Eine Bläserfreundschaft mit dem „Fanfarenzug Neuhof“ im Harz, begann mit dem Besuch im Januar 2002. Programmgemäß fand ein gemeinsamer Auftritt im Kurzentrum von Bad Sachsa und ein Konzert beim Neujahrsempfang des Bürgermeisters in Neuhof statt. Mitgewirkt hatten D. Meyer und die Vugelbeerkönigin Regina Barth aus Lauter, die sich auch als Sängerin präsentierte. Im Mai zur Jubiläumsveranstaltung „80 Jahre Aussichtsturm auf der Morgenleithe“ wurde unter anderem auch das neue
„Morgenleithe-Lied“ gespielt und zugleich als Liedpostkarte veröffentlicht. Einen großen Verlust erlitt der Verein im Juli mit dem plötzlichen Tod von Fahnenträger B. Lenk. Ende September zum Vugelbeerfest, erfolgte dann der Gegenbesuch vom „Fanfarenzug Neuhof“.

Doch der ungewollt lustigste Auftritt Im Jahr 2002 fand wegen Regen in der Autowaschanlage vom Autohaus Renatus in Alberoda statt.


Heute nach bewegenden stolzen 25 Jahren bestehen die Erzgebirgsmusikanten aus
einem Sprecher, einem Techniker, einem Gesangsduo sowie zwölf Musikern mit ihrem Dirigenten, doch nur drei Gründungsmitglieder spielen noch mit.

Juli 2003





            

 
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